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Buchtipp: Pferde­dung und Orangen­duft

27/04/2012 | Bücher und Filme

Darek wächst im postso­zia­lis­ti­schen Tsche­chien auf: Eine Jugend mit Widrig­keiten.

Der Roman Orangen­tage beginnt mit klugen mütter­li­chen Ratschlägen: Es gibt Dinge, die man sich merken muss. Bestimmte Sachen sollte man aber schnells­tens vergessen. Ob das Erste oder das Zweite gilt, kann man nur selbst erkennen. Darüber müsste der 14-jährige Darek erst einmal in Ruhe nachdenken. Doch vorerst fehlt ihm dazu die Zeit, denn er wird in eine heftige Prügelei mit seinem Wider­sa­cher Hugo verwi­ckelt. Dabei geht es um vieles – vor allem, wie so oft, um Dareks kleine Schwester, die das Downsyn­drom hat. Hugo und die anderen Jungen hänseln sie grausam. Das kann der Bruder nicht dulden – obwohl er selbst manchmal schwer daran trägt, immer freund­lich zu ihr sein zu müssen: »Emma ähnelte keinem Menschen, den er kannte. Sie war anders, und er musste sich damit abfinden. Er musste sie liebhaben, wie sie war – hatte die Mutter gesagt. Nie hatte Darek mit ihr darüber disku­tiert, aber oft überlegte er, ob man Liebhaben anordnen konnte.«

Erst am Schluss des Romans erfahren die Leser, wie Schläge und Ratschläge in dieser Geschichte zusam­men­hängen. Inner­halb weniger Monate, zwischen Frühlings­be­ginn und dem Ende der Sommer­fe­rien, gelingt es dem Jungen aus einem Dorf im tsche­chi­schen Teil von Schle­sien, sein Leben in den Griff zu bekommen. Eine große Rolle spielt dabei das nach Orangen duftende Mädchen Hanka: Sie wird das Glück seines Lebens.

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