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Integra­tion — keine Frage. Behin­derte und nicht­be­hin­derte Kinder gemeinsam schulen

23/08/2011 | Bücher und Filme

“Der Bericht der 1. Tagung zum Thema „Integra­tion“ von verschie­denen Vereinen für geistig Behin­derte Menschen, u.a. der EDSA (European Down’s Syndrom Associa­tion) Schweiz greift verschie­dene Themen­schwer­punkte im Bereich des Problems schuli­sche Integra­tion auf. Der erste Vortrag stellt die Integrations_politik im austra­li­schen Staat Victoria vor. Dort gilt der Grund­satz, dass sowohl jeder Schüler ein Recht auf Erzie­hung und Bildung in einer Regel­schule habe, als auch, dass jedes, also auch das behin­derte Kind lernen und unter­richtet werden kann. Dabei gehen die Pädagogen von der grund­le­genden Überzeu­gung aus, dass die Integra­tion eine Frage des sogenannten „Curri­cu­lums“ ist, also alle Einrich­tungen und Aktivi­täten der Schule im Hinblick auf Lernen und Entwick­lung für die Integra­tion berück­sich­tigt werden müssen. Es wird nicht mehr das Kind gesucht, das sich für die Integra­tion eignet, sondern die Einrich­tung Schule wird so verän­dert, dass sie für alle Kinder ein sinnvolles Lernan­gebot bieten kann. Der nächste Vortrag beschäf­tigt sich mit den einzelnen Aspekten der integra­tiven Schulung, wobei hier auch auf die histo­ri­sche Entwick­lung der Hilfs- und Sonder­schulen einge­gangen wird – meines Erach­tens ein wichtiger Punkt zum Verständnis des heutigen Systems, aber auch der Möglich­keiten, wo man bei der Verän­de­rung unseres Schul­sys­tems ansetzen könnte. Dabei kommt die Autorin zu dem Schluss, dass Integra­tion reali­sierbar sei, jedoch nur nach einem umfas­senden Umdenken von Schule und Gesell­schaft. Weiterhin werden die Kinder­rechte als Mittel der Integra­tion behin­derter Kinder bespro­chen, wobei die Autorin auch auf die Uno eingeht, beschäf­tigen sich mit der Frage, was Behin­de­rung eigent­lich sei, wobei Behin­de­rung als sonder­päd­ago­gi­sche Kategorie Behin­de­rung der Entwick­lung sowie Behin­de­rung durch Stigma­ti­sie­rung — der Umgang mit Behin­de­rung beson­ders betrachtet werden. Die “Aspekte zur Integra­tion aus der Sicht einer Sonder­päd­agogin” versu­chen prakti­sche Anlei­tungen zu geben, wie man Integra­tion in der Familie, im Kinder­garten, in der Schule, aber auch in der Arbeits­welt umsetzen kann. Eine sehr inter­es­sante Broschüre, die aufzeigt, wie viel Arbeit noch für die Integra­tion von Behin­derten zu leisten ist