Für Mitgliedsfamilien
Jedes Alter bringt seine eigenen Herausforderungen und Themen mit. Familienalltag, Förderung, Ausbildung. Wir geben Orientierung!
Eines der wichtigsten Standbeine unseres Vereins ist die Elterncommunity, die sich regelmäßig trifft, austauscht und mit Rat und Tat zur Seite steht.
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Frühförderung
Frühförderung unterstützt Kinder mit Entwicklungsverzögerungen oder Behinderungen von der Geburt bis zum Schuleintritt. Ziel ist die Stärkung körperlicher, sprachlicher, geistiger, emotionaler und sozialer Fähigkeiten. Sie findet in interdisziplinären Frühförderstellen statt, in denen verschiedene Fachkräfte zusammenarbeiten. Die Förderung ist individuell, teils auch in Kita oder Kindergarten und für Familien in Deutschland kostenfrei. Manche Therapien beginnen schon kurz nach der Geburt, daher ist eine frühe Anmeldung sinnvoll. Nicht jedes Kind braucht alle Angebote gleichzeitig: Entscheidend sind die Interessen und Stärken des Kindes. Wichtig ist, Überforderung zu vermeiden. In München bieten mehrere Träger interdisziplinäre Frühförderung an, unter anderem die Lebenshilfe, das Augustinum, Help und Kess.
Eine Anbindung an eine Frühförderstelle ist kein Muss- es gibt auch Eltern, die sich bewusst dagegen entscheiden, zB. weil sie die Förderung selbst organisieren wollen.
Haben Sie Fragen dazu? Kontaktieren Sie uns gern!
Kümmern, Vernetzen und Organisieren. Seminare. Beraten.
KiTa, Kindergarten und Schule
Kita und Kindergarten
Ihr Kind kann Kitas, Kindergärten oder Elterninitiativen besuchen, in denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut werden. Diese Einrichtungen tragen den Zusatz „inklusiv“, „integrativ“ oder „I‑Platz“. Eine weitere Möglichkeit sind heilpädagogische Tagesstätten (HPT), die speziell auf Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungen ausgerichtet sind. Im Kita-Finder+ der Stadt München können Sie gezielt nach Einrichtungen mit Inklusionsplätzen suchen. Auch schwarze Bretter in Frühförderstellen, Kinderarztpraxen oder Elternzentren sind hilfreich. In unserem WhatsApp-Channel tauschen Eltern regelmäßig Tipps, freie Plätze und persönliche Empfehlungen aus. Eine Einrichtung oder Elterninitiative kann auch einen Antrag auf Erweiterung stellen und sich zu einem Integrationskindergarten (I‑Kindergarten) weiterentwickeln. Wir veraten Sie gerne dazu!
Grundschule
Für ihr Kind besteht wie für jedes andere Kind auch Schulpflicht ab 6 Jahren. Es gibt in München im Wesentlichen drei Varianten:
Einzelintegration an der Regelschule:
Die Grundschule, die ihrem Wohnsitz zugeordnet ist, wird sich rechtzeitig vor der Einschulung bei Ihnen melden. Sie können mit ihrem Kind diese Grundschule besuchen. Ihr Kind wird dann mit einer Schulbegleitung die Regelklasse besuchen. Das nennt sich „Einzelintegration“ und entspricht in der Theorie den Zielen der UN-Behindertenrechtskonvention. In der Praxis sollten Eltern hier Zeit für Absprachen, Vorbereitung und Recherche einplanen.
Ein Tipp: Informieren Sie sich auch über Tandemklassen, Partnerklassen und das Schulprofil Inklusion.
Förderschulen: Viele Eltern entscheiden sich für Schulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, z. B. die Otto-Steiner-Schule, Mathilde-Eller-Schule, Friedl-Eder-Schule und Thea-Diem-Schule. Ihr Kind wird hier in kleinen Klassen mit anderen Kindern mit Behinderungen beschult. Viele Eltern wählen diese Schulform, weil sie ein “Rundum-Sorglos-Gefühl” erzeugt. Kleine Klassen, gezielte Förderung, geschultes Personal. Nachmittagsbetreuung und Fahrdienst erleichtern den Alltag.
Private Schulen: Es gibt in München auch Privatschulen, die individuelle Förderung in kleineren Klassen für Kinder mit und ohne Behinderungen anbieten – etwa Montessori-Schulen wie die Monte Balan, die Aktion Sonnenschein oder Biberkor. Für viele Eltern ist diese Schulform so interessant, weil alle Kinder dort klassenübergreifend in eigenem Tempo lernen dürfen. Wenn Sie Interesse an dieser Schulform haben, lohnt es sich, sich frühzeitig zu informieren und einen Tag der offenen Tür zu besuchen. Im Gegensatz zu den anderen Schulformen sind Privatschulen mit Kosten verbunden.
Noch Fragen? Kontaktieren Sie uns gerne!
Ausbildung und Beruf
Weiterführende Schule und Ausbildung
Je nach Kind, Entwicklung und familiären Vorstellungen stellt sich für viele Eltern die Frage, wie es nach der Grundschule weitergeht. In München gibt es sowohl Förderschulen mit weiterführenden Stufen als auch inklusive Schulprojekte, die den Übergang begleiten. Sprechen Sie uns gern an – wir teilen Erfahrungen und Kontakte zu Schulen, die bereits erfolgreich mit Kindern mit Down-Syndrom arbeiten.
Beruf Menschen mit Down-Syndrom können auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt oder in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM) arbeiten. Wir geben hier einen ersten Überblick:
Werkstätten für Menschen mit Behinderungen (WfbM): Der häufigste Beschäftigungsweg. Die Beschäftigten haben ein arbeitnehmerähnliches Verhältnis und verdienen meist 200–300 Euro monatlich, ergänzt durch Grundsicherung. Sozialversicherungsbeiträge werden übernommen; nach 20 Jahren besteht ein Rentenanspruch. Die Arbeit erfolgt überwiegend unter Menschen mit Behinderungen, wodurch gesellschaftliche Teilhabe begrenzt bleibt.
Außenarbeitsplätze der WfbM: Die Arbeit findet in Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarkts statt, rechtlich bleiben die Beschäftigten jedoch Werkstattangehörige. Außenarbeitsplätze ermöglichen mehr Kontakt und Teilhabe, jedoch ohne reguläres Arbeitsverhältnis.
Inklusionsbetriebe: Reguläre Unternehmen, in denen 30–50 % der Mitarbeitenden schwerbehindert sind. Alle Beschäftigten haben vollwertige Arbeitsverträge mit angemessener Bezahlung. Die Betriebe werden z. B. durch das Integrationsamt unterstützt.
Budget für Arbeit: Dieses richtet sich an Menschen mit Werkstattanspruch, die in einem regulären Arbeitsverhältnis arbeiten möchten. Sie können in Inklusionsbetrieben arbeiten, aber auch in jedem anderen Betrieb. Die Bezahlung erfolgt tariflich oder ortsüblich; Arbeitgeber erhalten in Bayern bis zu 75 % Lohnkostenzuschuss sowie Unterstützungsangebote. Für die Beschäftigten bedeutet das mehr Einkommen und Teilhabe, aber auch weniger Sicherheit.
Weiterführende Informationen: EUTB, Integrationsfachdienste (IFD), REHADAT, MIA Münchner Inklusive Arbeitswelt
Freizeit und Sport
In den ersten Jahren empfehlen wir, an regulären Angeboten in Musik, Bewegung und Sport teilnehmen.
Das entspricht auch dem Gedanken der UN-Behindertenrechtskonvention: Teilhabe von Anfang an.
Probieren Sie es aus!
Ihre Kinder werden älter? Stöbern Sie auf unserer Seite im Bereich Beratung — Für Jugendliche.
Lern-Apps
Lesen und Schreiben lernen:
Li La Lolle
Erstes Lesen, erstes Schreiben
Rechnen lernen:
Mambio — Mathe für alle!
Rechenfeld — Plus und Minus verstehen
Glossar
Hier erklären wir Wörter und Abkürzungen, die pflegenden Eltern ständig begegnen. Die Liste ist im Aufbau und wird laufend ergänzt.
ASD:
Typischer Herzfehler bei Kindern mit Down-Syndrom.
GdB:
Grad der Behinderung
HPT:
Die Heilpädagogische Tagesstätte ist eine Einrichtung zur pädagogisch-therapeutischen Förderung. Sie ist Im Gegensatz zu Kita oder Kindergarten ist eine HPT therapeutisch ausgerichtet, mit kleinen Gruppen und Fachpersonal (z. B. Heilpädagog:innen, Therapeut:innen), und richtet sich an Kinder mit besonderem Förderbedarf.
MD:
Der MD (Medizinischer Dienst) ist eine unabhängige Gutachterorganisation, die im Auftrag der Kranken- und Pflegekassen medizinische und pflegerische Leistungen prüft. Er macht Hausbesuche und begutachtet an Hand eines Punktesystems, welcher Pflegegrad dem Kind zusteht.
Schwerbehindertenausweis:
Der Schwerbehindertenausweis ist ein offizielles Dokument, das den Grad der Behinderung (GdB) einer Person bescheinigt. Er wird von den Versorgungsämtern oder Integrationsämtern ausgestellt, wenn der GdB mindestens 50 beträgt. Der Ausweis dient als Nachweis gegenüber Behörden, Arbeitgebern und Dienstleistern, um bestimmte Nachteilsausgleiche und Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen.
SPZ:
Ein SPZ (Sozialpädiatrisches Zentrum) ist eine spezialisierte medizinische Einrichtung zur interdisziplinären Diagnostik und Behandlung von Kindern mit Entwicklungsstörungen oder chronischen Erkrankungen.