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Inklu­sive Berufs­vor­be­rei­tung

30/04/2020 | Schule und Ausbildung

Das Referat für Bildung und Sport (RBS) der Landes­haupt­stadt München hat in Zusam­men­ar­beit mit dem Kultus­mi­nis­te­rium des Freistaates Bayern ein neues Modell der inklu­siven Berufs­vor­be­rei­tung entwi­ckelt. Das Konzept der inklu­siven Berufs­vor­be­rei­tungs­jahre (BVJ) entstand unter Betei­li­gung von Eltern sowie mit der großen Exper­tise der Münchner Förder­zen­tren, im Beson­deren des Augus­ti­num­s/Otto-Steiner-Schule, und der Arbeits­agentur.

Die BVJ ist ausbil­dungs­neu­tral angelegt, es findet also zunächst keine spezi­fi­sche Vorbe­rei­tung auf ein bestimmtes Berufs­bild statt. Es wird eine BVJ-Klasse mit mindes­tens sechs Schüler*Innen mit Förder­be­darf G und mindes­tens 12 Regel-Berufsschüler*Innen einge­richtet. Unter­richt findet im Lehrer*innentandem aus einer Berufs­schul-Lehrkraft und einer Förder-Lehrkraft an 5 Tagen in der Woche statt, jeweils 5 Stunden pro Tag. Eine Nachmit­tags­be­treuung ist nicht vorge­sehen.

Die BVJ ist auf 3 Jahre angelegt und ist für alle Schüler und Schüle­rinnen mit dem Förder­be­darf geistige Entwick­lung geeignet:

  • Im ersten Jahr, der “Eingangs­stufe” werden die Schüler*Innen mit Förder­be­darf in Vollzeit an der Berufs­schule unter­richtet.
  • Im zweiten Jahr, der “Kernstufe” sammeln die Schüler*Innen Praxis­er­fah­rung. Geplant ist, dass sie die Hälfte der Zeit in der Berufs­schule unter­richtet werden und die andere Hälfte in betrieb­li­chen Praktika verbringen. Hier stellt die Arbeits­agentur das Know-how der Integra­ti­ons­fach­dienste bei Vermitt­lung und Beglei­tung zur Verfü­gung.
  • Das dritte Jahr, die “Praxis­stufe”, sieht 1 Tag Unter­richt an der Berufs­schule sowie 4 Praxis­tage vor.

Die BVJ wird ab September 2020 an der städti­schen Berufs­schule für Lager­lo­gistik beginnen, an der bereits Erfah­rung mit einer berufs­vor­be­rei­tenden Partner­klasse besteht.

Wer für sein Kind an dieser neuar­tigen Berufs­vor­be­rei­tung inter­es­siert ist, kann nähere Infor­ma­tionen von Herrn Gregor Lammel, Zentrale Fachbe­ra­tung — Koordi­na­tion Schul­psy­cho­logie, Berufs­schul­so­zi­al­ar­beit und Inklu­si­ons­maß­nahmen an beruf­li­chen Schulen beim RBS (gregor.lammel@muenchen.de) erhalten. Eltern können auch gerne einen ersten Kontakt zu mir als Eltern­ver­treter aufnehmen (Marcel Consée, kontakt@down-kind.de). Es sei betont, dass diese Berufs­vor­be­rei­tung nicht zur Konkur­renz der Berufs­schul­stufe der Förder­zen­tren steht, sondern als eine Ergän­zung zu sehen ist.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie diese Infor­ma­tion möglichst weit streuen. Bitte infor­mieren Sie Ihren Bekannten- und Freun­des­kreis, Ihre Lehrer*innenkollegien und Ihre Berufsberater*innen, damit wir die inklu­sive Berufs­be­ra­tung im September 2020 auch wirklich starten können.