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Sohn mit Down-Syndrom “Eine Klasse für sich”

29/06/2012 | Presse und Medien

Verena Mayer, 09.06.2012 04:00 Uhr

Rastatt — Daniels Stunden­plan gilt nicht mehr. Er sollte jetzt Musik haben und danach Englisch. Doch Daniel sitzt zu Hause und isst ein Würst­chen. Neben ihm weint seine Mutter. Vor zehn Tagen musste ihr Sohn die Schule verlassen. Es war die dritte inner­halb eines Jahres, die Daniel nicht behalten wollte. „Manchmal sieht es so aus, als ob wir nieder­ge­bü­gelt werden“, sagt Janete Almeida. Seit zwei Jahren sucht sie eine Schule für Daniel – eine normale Schule für den Zwölf­jäh­rigen mit Down-Syndrom. Er soll mit seinen Freunden lernen, und er soll besser geför­dert werden als in einer Sonder­schule. Für Daniel sei das der richtige Weg, ist die Mutter überzeugt. Und er habe das Recht darauf, diesen Weg zu gehen.

Daniel spielt Fußball, er kann Nudeln mit Tomaten­soße kochen, macht kleine Einkäufe, schreibt Mails und lernt Klavier. Er will Tierarzt werden oder Polizist. „Ich bin intel­li­gent“, sagt Daniel, der die ersten Jahre auf einer Förder­schule in München war. Im Herbst 2010 sollte er auf eine bayri­sche Grund­schule wechseln.

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