Aktuelles  »  Tagebuch  

Mongo­loid, Downie, Triso und andere politisch unkor­rekte Bezeich­nungen

25/04/2012 | Politik und Aktivismus, Allgemein

Frank Erz schreibt im Downsyn­drom­blog 

Über den SAT‑1 Filmtitel „Die Mongo­lettes“ habe schon einige Menschen aus dem Umkreis der direkt oder indirekt Betrof­fenen disku­tiert. Und gemeint ist hier tatsäch­lich der Titel und nicht der Inhalt des Films.

Im Film selbst gründen Menschen mit Down-Syndrom eine Band und geben ihr den Namen „Die Mongo­lettes“. Aus ihrer Sicht wohl eine selbst­iro­ni­sche Wahl, sofern wir vergessen, dass ein Film Fiktion ist und einem Drehbuch folgt.

Die Diskus­sion um den Titel begründet sich in der unseligen Geschichte des Wortes mongo­loid. Der Neuro­loge John Langdon-Down (wegen diesen Namens heißt es Down-Syndrom und viele wünschen er hätte Langdon-Up geheißen) bezeich­nete das von ihm beschrie­bene Syndrom als mongo­loide Idiotie. Und das tat er, wegen der Ähnlich­keit der Gesichts­merk­male mit den ethni­schen Gruppen der Mongolen.

Dass heute mongo­loid nicht mehr politisch korrekt ist, liegt an der Bitte der Mongolei, den Begriff nicht mehr zu benutzen. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Mongolei dabei nicht an die Diskri­mi­nie­rung der Menschen mit Down-Syndrom dachte, sondern an die Diskri­mi­nie­rung von mongo­li­schen Menschen, denen dadurch eine geistige Beein­träch­ti­gung als Vorur­teil begeg­nete (oder begegnen konnte).

Weiter­lesen