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Ein Plädoyer für ganz beson­dere Kinder (www.mittelbayerische.de)

13/04/2012 | Presse und Medien

Ein neuer Test erkennt Trisomie 21 im Blut. Eltern von Down-Kindern fürchten die Ausrot­tung einer Menschen­gruppe.

(von Isolde Stöcker-Gietl, MZ )

Ein i‑Phone-Stecker hat die Aufmerk­sam­keit von Mattis geweckt. Blitz­schnell krabbelt der 16 Monate alte Junge Richtung Steck­dose. Kurz mal fühlen, aber da kommt Geedo Paprotta und nimmt seinen Sohn auf den Arm. Mattis quittiert den Abbruch seiner Forschungs­ar­beiten mit Gequengel. Schließ­lich ist doch er heute die Haupt­person, obwohl er in seiner Familie ansonsten keine Sonder­stel­lung genießt. Mattis ist ein ganz normales Kind, mit einer Beson­der­heit: Er hat das Down Syndrom.

90 Prozent der Kinder, bei denen das Down Syndorm festge­stellt wird, werden abgetrieben.

Statis­tisch gesehen entwi­ckelt sich in einer von 650 Schwan­ger­schaften ein Kind mit Trisomie 21, einer Chromo­so­men­stö­rung. In Deutsch­land leben etwa 30.000 bis 50.000 Menschen damit. Genaue Zahlen gibt es nicht. Fest steht aber, dass heute 90 Prozent der Kinder, bei denen das Down Syndrom festge­stellt wird, abgetrieben werden. Im Herbst kommt nun ein neuer Bluttest auf den Markt, der das Diagno­se­ver­fahren für die Schwan­geren deutlich erleich­tert und mit einer sehr hohen Wahrschein­lich­keit arbeitet. Kritiker befürchten deshalb noch mehr Abbrüche. Mattis’ Vater formu­liert es deutlich: „Die Wahrheit über diesen Test ist, dass er alle Downis finden und töten soll.“

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