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Beschwerde gegen Werbung für präna­tal­dia­gnos­ti­sche Bluttests

25/06/2014 | Down Kind News

Presse­mit­tei­lung
Werbung für präna­tal­dia­gnos­ti­sche Bluttests einstellen!

Berlin, 19. Juni 2014 Das GeN hat heute gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Selek­tion durch Präna­tal­dia­gnostik Beschwerde beim Deutschen Werberat gegen die Unter­nehmen LifeCo­dexx, Natera/Amedes und Ariosa einge­legt, weil sie in ihrer Werbung für vorge­burt­liche Bluttests Menschen mit Beein­träch­ti­gungen herab­wür­digen. In ihrer Beschwerde fordern sie den Deutschen Werberat auf, darauf zu dringen, dass die Werbung einge­stellt wird.
Wir wenden uns gegen die Werbung der genannten Unter­nehmen für die so genannte nicht-invasive Präna­tal­dia­gnostik, mit der in der frühen Schwan­ger­schaft im Blut der Schwan­geren befind­liche DNA des Fötus darauf getestet wird, ob eine Trisomie vorliegt, denn in dieser Werbung wird durchweg als selbst­ver­ständ­lich voraus­ge­setzt, dass Menschen mit bestimmten Beein­träch­ti­gungen minder­wertig sind und die Vermei­dung ihrer Geburt normal ist.
In der Werbung erscheint die Diagnostik von Beein­träch­ti­gungen beim Fötus als selbst­ver­ständ­li­cher und sinnvoller Bestand­teil der Schwan­ger­schaft und die Abbruch­ent­schei­dung, die sich bei einem Befund als einzige Handlungs­op­tion bietet, als akzep­tabel oder sogar erwünscht — etwa durch die häufige Verwen­dung des Begriffs “Risiko” im Zusam­men­hang mit den Tests, denn “Risiko” ist im allge­meinen Sprach­ge­brauch ein Synonym für ein unerwünschtes und zu vermei­dendes Unglück, oder auch durch die selbst­ver­ständ­liche Verknüp­fung der Diagnose Trisomie 21 mit “Sorge”, “Befürch­tung ” oder “Belas­tung” von Schwan­geren.
Mit unserer Beschwerde beim Werberat hoffen wir, das aggres­sive Marke­ting der Unter­nehmen für die Tests im Internet und in gynäko­lo­gi­schen Praxen zu stoppen. Es scheint immer selbst­ver­ständ­li­cher, dass Präna­tal­dia­gnostik es ermög­licht, die Geburt behin­derter Menschen zu vermeiden, und dagegen wenden wir uns mit Nachdruck. Uns graust vor einer Gesell­schaft, die Menschen ihre Lebens­be­rech­ti­gung abspricht, wenn sie nicht gesund, fit und leistungs­fähig sind. Deshalb: Schluss mit der herab­wür­di­genden und diskri­mi­nie­renden Werbung für Praena­Test, Harmony oder Panorama!

Bundes­ver­band für körper- und
mehrfach­be­hin­derte Menschen e.V. (bvkm)
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