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Nehmen, was kommt? Der Gen-Test für Embryos wird zu einem Test für die Gesell­schaft.

17/07/2012 | Presse und Medien

www.frankenpost.de

Selten hat ein scheinbar einfa­cher Bluttest eine so große Debatte entzündet wie der Test auf das Downsyn­drom, der in diesen Tagen auf den Markt kommen soll. Anhand des Bluts der Mutter können Ärzte künftig feststellen, ob das ungebo­rene Kind mit dieser Behin­de­rung zur Welt kommt. Der Vorteil des Verfah­rens: Gegen­über bishe­rigen Unter­su­chungs­me­thoden birgt dieser Test kein Risiko für eine Fehlge­burt. Der Downsyn­drom-Test ist aller­dings nur die Vorhut dessen, was noch kommen wird: Schon sind neue Bluttests entwi­ckelt worden, mit denen das Genom eines Fötus auf zig weitere Erbkrank­heiten und Behin­de­rungen unter­sucht werden kann. 

Befür­worter empfinden die Tests als eine Erleich­te­rung für die betrof­fenen Frauen, Kritiker befürchten eine Art Raster­fahn­dung nach dem kranken Kind — für beide Positionen gibt es ernst zu nehmende Argumente. Fest steht aber auch: Mit einem Verbot der Tests lässt sich der wissen­schaft­liche Erkennt­nis­pro­zess gerade in der Human­ge­netik nicht bändigen.

Statt übereilter Beschrän­kungen braucht es Aufklä­rung: Vonseiten der Wissen­schaft, die stärker darauf aufmerksam machen muss, wie begrenzt die Aussa­ge­kraft solcher geneti­scher Tests tatsäch­lich ist. Human­ge­ne­tiker warnen vor der Annahme, in den Genen würde das gesamte Schicksal eines Menschen­le­bens stecken. Umwelt­fak­toren und die eigene Lebens­weise haben in vielen Fällen einen ebenso starken, wenn nicht sogar stärkeren Einfluss auf die eigene Gesund­heit.

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