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Inklu­sion für alle — Bundes­el­ternrat fordert eine bundes­weite Image­kam­pagne für inklu­sive Bildung

18/05/2012 | Presse und Medien

Presse­mel­dung
Bundes­El­ternRat (BER) / Geschäfts­stelle

Orani­en­burg, 17.05.2012-

Auf der Frühjahrs­ple­nar­ta­gung des Bundes­el­tern­rats (BER) am vergan­genen Wochen­ende in Potsdam haben rund 100 Delegierte aus allen Bundes­län­dern über Inklu­sion in der Schule disku­tiert und eine Resolu­tion verab­schiedet, in der sie eine bundes­weite Image­kam­pagne für inklu­sive Bildung fordern. Diese Forde­rung richtet sich an die KMK, die Konfe­renz der Kultus­mi­nister der Länder.

Eine inklu­sive Schule ist eine Schule, in der alle Kinder gemeinsam lernen können, unabhängig von ihren indivi­du­ellen Voraus­set­zungen. Eine solche Schule fühlt sich für den Bildungs­er­folg aller ihr anver­trauten Kinder verant­wort­lich und verweist kein Kind an eine andere Schule, nur weil es dort vermeint­lich besser geför­dert würde. Mit der Unter­zeich­nung der UN-Konven­tion für die Rechte der Menschen mit Behin­de­rung im Dezember 2008 hat Deutsch­land sich verpflichtet, allen Kindern inklu­sive Bildung zu ermög­li­chen. Nach Ansicht der Delegierten geht es nun nicht mehr darum, ob die Länder diese Verpflich­tung umsetzen, sondern nur noch darum, wie sie es tun.

Jetzt müsse Rechts­si­cher­heit geschaffen werden, damit Eltern ihr Kind mit Behin­de­rung oder mit sonder­päd­ago­gi­schem Förder­be­darf ohne Probleme an der allge­meinen Schule anmelden können. Hans-Peter Vogeler, der Vorsit­zende des Bundes­el­tern­rats, fordert von den Bildungs­po­li­ti­kern der Länder: “Erfolg­reiche Inklu­sion funktio­niert nur mit verbind­li­chen Ausfüh­rungs­be­stim­mungen, die sich nicht an den Finanzen von Staat und Kommune, sondern an den Inter­essen der Kinder orien­tieren. Das gibt es leider noch längst nicht in allen Bundes­län­dern.”

Der BER ist überzeugt, dass Inklu­sion gelingen kann. Das sehe man zum Beispiel bei den Schulen, die schon seit Jahrzehnten inklusiv arbeiten. Wichtig für eine flächen­de­ckende Umset­zung inklu­siver Bildung sei ein einziger Ansprech­partner für alle organi­sa­to­ri­schen Fragen zur Inklu­sion, der Eltern und Schulen unter­stützt. Vogeler: “Man braucht einen Lotsen durch den Behör­den­dschungel, denn im Wirrwarr der Verord­nungen findet sich niemand zurecht.”

Der Bundes­el­ternrat fordert eine bundes­weite öffent­liche Infor­ma­ti­ons­kam­pagne, um die ganze Gesell­schaft für die Inklu­sion zu gewinnen. Die im Bundes­el­ternrat organi­sierten Landes­eltern­vertretungen sind gern bereit, Eltern und Schulen zu unter­stützen und Politik und Verwal­tung zu beraten.

Der Bundes­el­ternrat ist die Arbeits­ge­mein­schaft der Landes­el­tern­ver­tre­tungen in der Bundes­re­pu­blik Deutsch­land. Über seine Mitglieder sind die Eltern von ca. 8 Millionen schul­pflich­tigen Kindern organi­siert. Der BER ist überpar­tei­lich und überkon­fes­sio­nell. Er ist nicht an Aufträge und Weisungen gebunden.

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