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Frühling für die Inklu­sion

23/03/2012 | Down Kind News, Presse und Medien

Von kobinet-Korre­spon­dent Harald Reuters­hahn

rankfurt a.M. (kobinet) Mehr als 3000 Schüler, Lehrer, Eltern, Inklu­si­ons­helfer und Behin­derte demons­trierten heute in Frank­furt am Main für ein inklu­sives Bildungs­system. Aufge­rufen hatte das Netzwerk Inklu­sion in Frank­furt im Rahmen einer Aktions­woche unter dem Motto: “Inklu­sion ist Menschen­recht: Eine Schule für Alle und für Jeden”.

“Wir wollen ein Zeichen setzen dafür, dass es eine große Mehrheit im Land Hessen gibt für die Inklu­sive Schule”, sagte die Vorsit­zende des Elter­bundes Hessen (ehb), Hella Lopez, bei der Kundge­bung vor der Katha­ri­nen­kirche an der Frank­furter Haupt­wache. In Hessen wurden im laufenden Schul­jahr 213 behin­derte Kinder gegen den Willen ihrer Eltern in sogenannte “Förder­schulen” einge­wiesen.

Nach Auffas­sung der Behin­der­ten­ver­bände entspricht das am 1. August 2011 in Kraft getre­tene Hessi­sche Schul­ge­setz nicht den Maßgaben der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­tion zur Umset­zung des Rechts auf Inklu­sive Bildung. “Obwohl im Hessi­schen Aktions­plan die ‘Entwick­lung hin zur inklu­siven Schule’ propa­giert wird, lässt die realpo­li­ti­sche Fakten­lage eine andere Schluss­fol­ge­rung zu”, erklärte der Geschäfts­führer der Clubs Behin­derter und ihrer Freunde (cbf) Hessen, Alexander Cieslawski, als Sprecher des Hessi­schen Forums Parti­zi­pa­tion. “Die wichtigste Maßnahme für den inklu­siven Unter­richt wäre die Strei­chung des Haushalts­vor­be­haltes. Dies wird jedoch schon in der Bestands­auf­nahme seitens der Hessi­schen Landes­re­gie­rung ausge­schlossen”, so Cieslawski weiter. Auch der Erhalt des Förder­schul­sys­tems in vollem Umfang, die Stagna­tion der Erhöhung der Ressourcen für den Inklu­siven Unter­richt und das Fehlen eines indivi­duell einklag­baren Rechts auf Inklu­sive Bildung sprächen nicht für den Aufbau eines inklu­siven Bildungs­sys­tems in Hessen. 

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